Nachdem vor kurzem der auf Mozilla-Technologie basierende Mediaplayer Songbird 1.0 erschienen ist, habe ich ihn heute ein wenig getestet.
Das Standarddesign erinnert ein wenig an iTunes, was mir persönlich nicht so gefällt. Songbird lässt sich allerdings leicht anpassen, sodass ich eine Amarok-ähnliche Listendarstellung der Playlist ausgesucht habe. Auf der Addon-Seite gibt es weitere Ansichten und Designs, die sich direkt aus Songbird heraus installieren lassen.
Da Songbird viel mit Firefox gemeinsam hat, kann man im Player neue Tabs öffnen und Webseiten aufrufen. Außerdem lässt er sich auch durch Addons erweitern (z.B. Adblock).
Positiv überrascht war ich von der Geschwindigkeit von Songbird. Meine Musik wurde um einiges schneller erfasst als von Amarok.
Mit dabei sind auch Unterstützung von last.fm und die Anzeige von kontextbezogenen Informationen zum aktuell gespielten Stück (Beschreibung des Interpreten, Bilder mit Slideshow, Videos).
Ein cooles Feature ist auch, dass Songbird Mediendateien in RSS-Feeds (z.B. von Podcasts) erkennt, direkt in einer Liste anzeigt und die Dateien zum Download anbietet.
Was mir bei Songbird allerdings noch fehlt, ist eine Warteschlange in die man Lieder der Playlist einreihen kann, sodass diese als nächstes gespielt werden (anstatt die Playlist von oben nach unten oder zufällig durchzugehen). Auch Unterstützung des Systemtray wäre nicht schlecht, da so nur unnötig Platz in der Fensterleiste verschwendet wird.
Songbird hat viel mehr Features als ich vorher immer gedacht habe und läuft sehr stabil. Es ist eine echte Alternative zu Amarok, iTunes und Co.
Ich bleibe jedoch weiterhin bei Amarok, da ich mich daran gewöhnt habe und es doch ein bisschen mächtiger ist. Demnächst (hoffentlich noch dieses Jahr) müsste Amarok 2.0 erscheinen, ein kompletter Rewrite für KDE4. Darauf bin ich schon richtig gespannt.
Letzten Donnerstag würde vom OpenSuSE-Projekt die Linux-Distribution SuSE Linux 10.1 freigegeben.
Zur Zeit gibt es SuSE 10.1 nur auf 5 CDs (+1 AddOn CD mit non-free Software), wobei für eine minimale Installation die erste CD ausreicht (für eine Desktopumgebung mit KDE oder Gnome braucht man die CDs 1-3).
Am kommenden Donnerstag wird auch eine DVD mit dem Inhalt der 5 CDs bereitgestellt.
Außerdem wird als alternative Downloadmethode auch BitTorrent angeboten (was ich nur empfehlen kann). Siehe hierzu auch die OpenSuSE Downloadseite.
Da ich keine Lust hatte, erst die CDs herunterzuladen und zu brennen, habe ich das Minimal-Installationsimage genommen und alle Pakete die ich gebraucht habe über das Internet installiert.
Sehr beeindruckt hat mich das grafische Bootmenü und der Installer. Seit SuSE 8.0 (meiner allerersten Linux-Distribution) hat sich da doch einiges getan. Ich kann mir gut vorstellen, dass damit auch Anfänger gut zurecht kommen, da die Voreinstellungen des Installers vernünftig sind (ich habe lediglich an der Partitionierung etwas ändern müssen, da er mein gutes altes Debian runterwerfen wollte
).
Die Hardwareerkennung war übrigens auch sehr gut (nachträgliches manuelles Frickeln war nur nötig für die Intel WLAN Treiber [da die Firmware der Chips nur unter einer bestimmten Lizenz weitergegeben werden darf] und Suspend-To-Ram).
Nach ca. 3 Stunden (die meiste Zet hat er mit Herunterladen von Paketen verbracht) konnte endlich gebootet werden.
Der Bootmanager sieht sehr schön aus und mein Debian wurde korrekt eingetragen.
SuSE bootet mit einem schlichten Splashscreen, der sich aber mit F2 abschalten lässt, sodass man die bekannten Bootmeldungen sehen kann.
Leider startet SuSE beim Boot ziemlich viel Mist mit, den man selbst nie braucht, für einen stabilen Betrieb aber trotzdem laufen lassen sollte (sonst fängt Yast2 an zu spinnen).
Auch der Start von KDE dauert mindestens doppelt so lange wie bei meinem Debian. Wenn man das auch noch verkraften kann, hat man aber endlich ein echt nettes Linuxsystem vor sich.
KDE ist sehr gut vorkonfiguriert und arbeitet mit SuSE/Yast2 gut zusammen. Das einzige was mich an Yast2 (dem Konfigurationstool von SuSE für Alles) noch stört, ist die extreme Langsamkeit. Das Starten und Pre-/Post-Konfigurieren von Yast2 dauert viel länger als das, was man eigentlich machen will. Wenigstens arbeitet es aber zuverlässig, solange man nicht zuviel manuell in den Konfigurationsdateien herumpfuscht.
Hier sind zwei Screenshots vom laufenden KDE in SuSE 10.1, wie man es nach der Installation erhält:
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Mein Fazit:
SuSE Linux 10.1 ist vor allem für Einsteiger geeignet, da man sich schnell mit den notwendigen Tools zurechtfindet und alles sehr gut miteinander zusammenarbeitet.
Aber auch andere Anwender, die Wert auf ein zuverlässig arbeitendes System legen, und nicht viel Zeit mit der Administration verbringen wollen, sind bei SuSE gut aufgehoben.
Es war definitiv einen Test für mich wert, da SuSE wirklich ein großartiges Desktop-Linux ist. Trotzdem bleibe ich bei meinem Lieblings-Linux: Debian!!!
(.deb und apt sind dort immernoch die Killerargumente
)
Sun hat vor kurzem das Betriebssystem Solaris 10 zum kostenlosen Download (nach Registrierung) bereitgestellt.
Da es neben der SPARC- auch eine x86-Version gibt und auf meinem Notebook noch eine kleine 10 GB Partition frei war (eigentlich für Backups vorgesehen
), habe ich mich entschieden mal etwas anderes als Linux zu testen (hatte bisher noch kein echtes Unixsystem).
Beim Installieren stieß ich jedoch schon auf kleinere Probleme.
Meine erste (primäre) Partition der Festplatte war eine (Linux-)Swappartition.
Da die Solarisparitionen denselben "Typ" wie (Linux-)Swappartitionen haben (82), wollte der Installer Solaris auf der (viel zu kleinen) Swappartiton installieren anstatt die (freie) vierte primäre Partition zu verwenden.
Also habe ich nach kurzem Überlegen Linux gebootet und mit cfdisk den Typ der Partition auf "Linux" (83) gesetzt und vorsichtshalber noch ext3-formatiert.
Da der Solarisinstaller jetzt keine "Swap/Solaris" Partition mehr gefunden hat, hat er den freien Speicher meiner vierten Partition verwendet.
Der Rest der Installation verlief ohne weitere Schwierigkeiten.
Positiv überrascht war ich von der Hardwareerkennung.
Es wurden sowohl die Grafikkarte als auch Touchpad korrekt erkannt, sodass die Installation dann grafisch (unter X mit 1024x768 Auflösung) erfolgte.
Nach einem Neustart des Systems wurde natürlich der MBR mit einem Solarisbootmanager überschrieben.
Dieser hatte zwar meine Linuxpartition gefunden und eingetragen, jedoch konnte ich von dieser nicht booten (der alte Bootmanager Grub war ja im MBR der Festplatte und nicht im Bootsektor der Partition).
Also habe ich meine Knoppix-CD eingelegt und den alten (um Solaris erweiterten) Bootmanager neu in den MBR geschrieben.
Jetzt war ich wieder in der Lage Debian oder Solaris zu booten.
In den nächsten Tagen habe ich mich mit den Tools von Solaris vertraut gemacht und das System ein bisschen näher kennen gelernt.
Leider wurde meine Netzwerk- und Soundkarte nicht unterstützt, sodass ich mir erst Treiber dafür "ergooglen" musste (siehe [1] bzw. [2]).
Nachdem ich endlich eine Verbindung ins Internet herstellen konnte, habe ich zuerst pkg-get von Blastwave installiert, um eine größere Auswahl an aktuellen Softwarepaketen zu haben.
Nach kurzer Zeit lief dann endlich sogar KDE 3.3.1 (anstatt dem hässlichen CDE) und Firefox 1.0.
Fazit:
Solaris 10 läuft nach kleineren Problemen sehr stabil und kann alles, was man sich von einem Desktopsystem wünscht (Staroffice 7 ist übrigens auch dabei).
Nicht so gut gefallen haben mir das Paketmanagement (nichts ist so genial wie Debians apt-get
) bzw. die Auswahlmöglichkeiten und Aktualität der mitgelieferten Software (was durch das Communityprojekt Blastwave zum Glück ausgegelichen wird).
Ansonsten gibt es zu Linux kaum größere Unterschiede (zumindest konnte ich in der kurzen Testzeit von paar Tagen nicht allzu viel feststellen).
Links:
Screenshot von meinem Solarissystem mit KDE
Offizielle Webseite von Solaris
Softwarepakete von der Community für Solaris
KDE unter Solaris