Testbericht SuSE 10.1

Letzten Donnerstag würde vom OpenSuSE-Projekt die Linux-Distribution SuSE Linux 10.1 freigegeben.
Zur Zeit gibt es SuSE 10.1 nur auf 5 CDs (+1 AddOn CD mit non-free Software), wobei für eine minimale Installation die erste CD ausreicht (für eine Desktopumgebung mit KDE oder Gnome braucht man die CDs 1-3).
Am kommenden Donnerstag wird auch eine DVD mit dem Inhalt der 5 CDs bereitgestellt.
Außerdem wird als alternative Downloadmethode auch BitTorrent angeboten (was ich nur empfehlen kann). Siehe hierzu auch die OpenSuSE Downloadseite.

Da ich keine Lust hatte, erst die CDs herunterzuladen und zu brennen, habe ich das Minimal-Installationsimage genommen und alle Pakete die ich gebraucht habe über das Internet installiert.
Sehr beeindruckt hat mich das grafische Bootmenü und der Installer. Seit SuSE 8.0 (meiner allerersten Linux-Distribution) hat sich da doch einiges getan. Ich kann mir gut vorstellen, dass damit auch Anfänger gut zurecht kommen, da die Voreinstellungen des Installers vernünftig sind (ich habe lediglich an der Partitionierung etwas ändern müssen, da er mein gutes altes Debian runterwerfen wollte Cool).
Die Hardwareerkennung war übrigens auch sehr gut (nachträgliches manuelles Frickeln war nur nötig für die Intel WLAN Treiber [da die Firmware der Chips nur unter einer bestimmten Lizenz weitergegeben werden darf] und Suspend-To-Ram).

Nach ca. 3 Stunden (die meiste Zet hat er mit Herunterladen von Paketen verbracht) konnte endlich gebootet werden.

Der Bootmanager sieht sehr schön aus und mein Debian wurde korrekt eingetragen.
SuSE bootet mit einem schlichten Splashscreen, der sich aber mit F2 abschalten lässt, sodass man die bekannten Bootmeldungen sehen kann.
Leider startet SuSE beim Boot ziemlich viel Mist mit, den man selbst nie braucht, für einen stabilen Betrieb aber trotzdem laufen lassen sollte (sonst fängt Yast2 an zu spinnen).
Auch der Start von KDE dauert mindestens doppelt so lange wie bei meinem Debian. Wenn man das auch noch verkraften kann, hat man aber endlich ein echt nettes Linuxsystem vor sich.
KDE ist sehr gut vorkonfiguriert und arbeitet mit SuSE/Yast2 gut zusammen. Das einzige was mich an Yast2 (dem Konfigurationstool von SuSE für Alles) noch stört, ist die extreme Langsamkeit. Das Starten und Pre-/Post-Konfigurieren von Yast2 dauert viel länger als das, was man eigentlich machen will. Wenigstens arbeitet es aber zuverlässig, solange man nicht zuviel manuell in den Konfigurationsdateien herumpfuscht.

Hier sind zwei Screenshots vom laufenden KDE in SuSE 10.1, wie man es nach der Installation erhält:
   

Mein Fazit:
SuSE Linux 10.1 ist vor allem für Einsteiger geeignet, da man sich schnell mit den notwendigen Tools zurechtfindet und alles sehr gut miteinander zusammenarbeitet.
Aber auch andere Anwender, die Wert auf ein zuverlässig arbeitendes System legen, und nicht viel Zeit mit der Administration verbringen wollen, sind bei SuSE gut aufgehoben.
Es war definitiv einen Test für mich wert, da SuSE wirklich ein großartiges Desktop-Linux ist. Trotzdem bleibe ich bei meinem Lieblings-Linux: Debian!!! Cool (.deb und apt sind dort immernoch die Killerargumente Eye-wink)